Von Softwareentwicklern lernen

 

Bei Neukunden hinterfragen wir ganz standardmäßig jeden (Marketing-)Prozess, mit dem gearbeitet wird. Aber auch bei uns selbst wollen wir da nicht weniger konsequent sein. Im Zuge dessen haben wir uns mit dem Thema „Agiles Projektmanagement“ auseinandergesetzt, einer Herangehensweise, die wir von Softwareentwicklern gelernt haben. Hier die Erklärung:

Old-School: Wasserfall

Die herkömmliche und in vielen Fällen derzeit angewandte, so genannte Wasserfall-Methode setzt voraus, schon anfangs das Ziel eines Projekts zu fixieren, um es anschließend kaskadenartig abzuarbeiten. Das Wasser läuft immer eine Stufe weiter nach unten und es gibt keinen Weg zurück. Änderungen sind nicht vorgesehen und wenn doch, wird es meist teuer.

Besser: Agil, effizient, flexibel!

Software- und App-Entwickler gehen einen anderen Weg – und dort „spicken“ wir seit geraumer Zeit mit gutem Erfolg: „Agile Projektentwicklung“. Dabei werden Projekte iterativ und inkrementell in Zyklen umgesetzt, mit zunächst nur phasenweise festgelegten Parametern und Teilzielen. Diese Herangehensweise hat sich auch für uns als die bessere, weil flexiblere und effizientere Methode erwiesen.

Wenn man beispielsweise eine komplexe Webseite konzipiert, erkennt man schnell das agile Potenzial: Das erste Konzept beinhaltet zugleich schon Design-Elemente, ist aber nicht vollständig. High-Level-Inhalte werden parallel skizziert und Informationsarchitektur bzw. Seitenplan entstehen erst sukzessive. Je nach Phase, je nach Bedarf und Relevanz werden weitere Details ausgearbeitet, Designs mit Inhalten vereint und Module programmiert. Um heute noch unbekannte, abstrakte Teile kümmert man sich aber bewusst erst in einer der nächsten Phasen. So entstehen Seite um Seite, Menüpunkt um Funktionalität.

Enge Abstimmung. Kurz und knapp.

Damit man nicht ins Leere arbeitet, erfordert dieser Weg eine enge Abstimmung und Anpassung der Zwischenergebnisse mit den Erwartungen und Wünschen. Und schnelle Reaktionen in kurzen, regelmäßigen und meist per Telco, Skype oder Videokonferenz abgehaltenen Meetings und Freigaberoutinen. Und es gehören auch der Mut und die Konsequenz dazu, Falsches zu verwerfen. Das Gesamtergebnis wird garantiert besser.

Mehr Effizienz – geringere Kosten?

Ganz so einfach ist es leider nicht. Natürlich setzen wir uns, oder besser umgekehrt gesagt – der Kunde uns – einen finanziellen Rahmen. Die Praxis zeigt aber, dass der Appetit beim Essen kommt: Hier ein zusätzliches Feature, dort ein neuer Inhalt, für alles ein weiteres Designelement und so weiter.

Damit das Budget nicht aus dem Ruder läuft, ist auch hier ein enges und agiles Reporting die wichtigste Voraussetzung. In unseren Projekten arbeiten wir dazu mit strengen Arbeitslisten, wenn möglich mit Zeitvorgaben, mit Retainern (dazu mehr in einem kommenden Beitrag) und mit jeder Menge gegenseitigem Vertrauen. Dann klappt das für beide Seiten.

 

Andreas Auer / Till Klages